Ratgeber
KI-Behandlungsplan in der Tierphysiotherapie: So funktioniert der Gressovia-Planer
Ein KI-Behandlungsplan in der Tierphysiotherapie ist ein Therapieplan-Entwurf, den ein Sprachmodell aus den Daten der Patientenakte erzeugt, etwa Tierdaten, Anamnese, Diagnose und bisherigen Behandlungen: phasenbasiert, mit Therapiezielen, Übungen, Wiederholungen und Kontraindikationen. Gressovia nutzt dafür Claude Sonnet 4.6 von Anthropic. Der Entwurf wird immer von der Therapeutin oder dem Therapeuten geprüft, angepasst und erst dann freigegeben.
Was ist ein KI-Behandlungsplan in der Tierphysiotherapie?
Ein KI-Behandlungsplan ist ein automatisch erstellter Entwurf für einen physiotherapeutischen Therapieplan, den ein Sprachmodell aus den vorhandenen Patientendaten ableitet. Grundlage sind die Angaben, die du vor dem Start auswählst: Tierdaten, Anamnese, Diagnose und wichtige Hinweise, auf Wunsch auch frühere Behandlungspläne, Heim-Trainingspläne und Einträge aus dem Behandlungsjournal.
Das Ergebnis ist kein Freitext, sondern eine feste Struktur: Der Plan ist in Phasen gegliedert (zum Beispiel Schmerzlinderung, Muskelaufbau, Belastungssteigerung), jede Phase enthält Therapieziele, konkrete Übungsvorschläge mit Wiederholungen oder Frequenzen sowie Kontraindikationen, also Bewegungen und Belastungen, die in dieser Phase vermieden werden sollen.
Wichtig ist das Wort „Entwurf“. Ein KI-Behandlungsplan ersetzt weder den Befund noch die klinische Untersuchung. Er nimmt der Therapeutin oder dem Therapeuten die Schreibarbeit ab, nicht die Entscheidung. Wer mehr über die Software insgesamt wissen will, findet den Überblick unter Was ist Gressovia?
Wie funktioniert der KI-Behandlungsplaner von Gressovia?
Der Planer greift auf die Daten zu, die ohnehin in der digitalen Patientenkartei liegen, schickt die von dir ausgewählten Angaben über eine Schnittstelle an das Sprachmodell Claude Sonnet 4.6 (Anthropic) und liefert innerhalb weniger Sekunden einen strukturierten Entwurf zurück. Der Ablauf in der App sieht so aus:
- Patientendaten in der Akte pflegen. Tierdaten, Anamnese, Diagnose, wichtige Hinweise und das Behandlungsjournal stehen in der Patientenkartei. Je präziser der Befund dokumentiert ist, desto brauchbarer wird der Entwurf.
- Planer vorbereiten. In der Akte des Tieres öffnet „Plan generieren“ den Dialog „KI-Behandlungsplan vorbereiten“. Dort legst du fest, was die KI bekommt: Angaben aus der Akte, frühere Behandlungspläne, bis zu fünf Heim-Trainingspläne und bis zu zehn Einträge aus dem Behandlungsjournal. Dauer und Anzahl der Phasen gibst du vor oder überlässt sie der KI. Im Freitext beschreibst du Ziele und Rahmen, etwa wie viel Zeit der Tierhalter täglich hat. Abgetippt werden muss nichts.
- Entwurf in Sekunden erhalten. Das Sprachmodell erzeugt einen phasenbasierten Plan mit Zielen, Übungen, Wiederholungen bzw. Frequenzen, Erfolgskriterien und Kontraindikationen. Er wird immer als Entwurf angelegt.
- Prüfen und editieren. Jeder Abschnitt des Entwurfs ist vollständig editierbar. Übungen lassen sich streichen, ergänzen, umformulieren oder in der Dosierung anpassen.
- Aktiv schalten und verknüpfen. Erst wenn du den Entwurf aktiv schaltest, wird daraus der laufende Behandlungsplan. Aus ihm kann ein Trainingsplan für zu Hause abgeleitet werden, den der Tierhalter im mobilen Tierhalter-Portal sieht und abhakt.
Der Planer ist also kein separates Tool, sondern ein Baustein zwischen Patientenkartei und Trainingsplan-Builder. Wie die anderen Bausteine zusammenspielen, beschreibt der Ratgeber Praxissoftware für Tierphysiotherapie.
Beispiel: KI-Behandlungsplan für einen Hund nach Kreuzband-OP
Das folgende Beispiel stammt aus dem Live-Simulator auf der Startseite und zeigt, wie ein Entwurf des Planers aufgebaut ist. Es handelt sich um einen Beispiel-Entwurf, nicht um eine Behandlungsempfehlung für einen realen Patienten.
Ausgangsdaten aus der Patientenakte
- Patient: Balu, Hund (Golden Retriever), 8 Jahre, 34 kg
- Diagnose: Postoperativ nach Kreuzbandriss (TPLO-OP vor 4 Wochen), milde Arthrose im Kniegelenk
- Anamnese: Lahmheit hinten links seit 6 Monaten. Nach TPLO-OP deutliche Schonhaltung. Muskelatrophie der Oberschenkelmuskulatur (M. quadriceps femoris). Milde Schmerzhaftigkeit bei Extension.
Entwurf „Hinterhand-Stabilität“
| Phase | Ziel | Maßnahmen | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Phase 1 (Woche 5–8) | Schmerzlinderung & Gelenkmobilisation | Passive Gelenkmobilisation (Extension/Flexion): 2x täglich, 15 Wiederholungen, schmerzfrei · Isometrische Kräftigung der Hinterhand: 1x täglich, 5 Durchgänge à 6 Sekunden · Gewichtsverlagerungs-Übungen im Stand: 2x täglich, 3 Minuten | Nur im schmerzfreien Bereich arbeiten; Schonhaltung beobachten |
| Phase 2 (Woche 9–12) | Muskelaufbau & Propriozeptionstraining | Cavaletti-Training (Schritt, niedrige Stangen): 3x wöchentlich, 5 Bahnen, Fokus auf Takt · Langsames Bergauf-Führen an kurzer Leine: täglich, 5–10 Minuten · Slalomlaufen um Pylonen: 2x wöchentlich, 3 Durchgänge à 5 Bögen | Kontrollierter Schritt, keine Steigerung bei erneuter Lahmheit |
| Erfolgskriterien | Vollbelastung im Schritt ohne Lahmheitsphasen. Umfangsdifferenz Oberschenkel unter 1,5 cm. | ||
| Kontraindikationen | Kein freies Toben, keine abrupten Stopps (Ballspiele), Sprünge (Couch/Auto) strikt vermeiden. | ||
In der Praxis würde die Therapeutin diesen Entwurf jetzt gegen den eigenen Befund prüfen: Passt die Dosierung zum Heilungsverlauf? Fehlt eine Maßnahme, etwa Hydrotherapie, wenn ein Unterwasserlaufband verfügbar ist? Erst danach wird der Plan freigegeben. Den Simulator mit zwei weiteren Beispielfällen (Pferd mit Fesselträgerentzündung, Katze mit Hüftgelenksdysplasie) findest du unter KI-Planer live ausprobieren.
Was die KI kann – und was sie nicht kann
Die KI kann aus dokumentierten Befunden schnell einen strukturierten, fachlich sinnvoll gegliederten Vorschlag machen. Sie kann keine Untersuchung durchführen, keine Diagnose stellen und keine Verantwortung übernehmen.
Das kann der Planer
- Aus Diagnose und Anamnese einen phasenbasierten Therapieplan-Entwurf mit Zielen, Übungen und Dosierung ableiten.
- Kontraindikationen und Erfolgskriterien vorschlagen, die zur Diagnose passen.
- Zeit sparen, weil die Struktur steht und nur noch angepasst statt neu geschrieben wird.
Das kann der Planer nicht
- Kein Ersatz für Befund und Untersuchung. Die KI kennt nur, was in der Akte steht. Palpation, Ganganalyse und klinischer Eindruck bleiben Aufgabe des Menschen.
- Keine Diagnosestellung. Der Planer arbeitet mit der eingetragenen Diagnose, er stellt sie nicht.
- Keine Haftungsübernahme. Die fachliche Verantwortung für den freigegebenen Plan liegt bei der Therapeutin oder dem Therapeuten.
- Halluzinationsrisiko. Sprachmodelle können plausibel klingende, aber falsche Angaben erzeugen, etwa unpassende Wiederholungszahlen oder Übungen, die zur Diagnose nicht passen. Deshalb gilt eine Prüfpflicht für jeden Entwurf.
Aus diesem Grund ist der Freigabeschritt in Gressovia fest eingebaut: Kein Entwurf gelangt ungeprüft in den Trainingsplan oder in das Tierhalter-Portal.
Welche Daten gehen an die KI – und ist das datenschutzkonform?
An die KI-Schnittstelle gehen nur die Angaben, die du im Dialog „KI-Behandlungsplan vorbereiten“ auswählst: Tierdaten (Tierart, Rasse, Alter, Geschlecht, Gewicht, ohne Namen), Anamnese, Diagnose, wichtige Hinweise, frühere Behandlungspläne, bis zu fünf Heim-Trainingspläne, bis zu zehn Einträge aus dem Behandlungsjournal und deine Wünsche an die KI. Halterdaten wie Name, Adresse oder Telefonnummer werden nicht übermittelt. Weil Anamnese, Journal und Wünsche Freitexte sind, dürfen dort keine Namen oder Kontaktdaten von Personen stehen; der Dialog weist vor dem Absenden darauf hin.
Diese Unterscheidung ist datenschutzrechtlich der Kern: Gesundheitsdaten eines Tieres sind keine besonderen Kategorien personenbezogener Daten im Sinne von Art. 9 DSGVO. Personenbezogen sind die Halterdaten, und die bleiben in der Patientenkartei.
Für die technische Seite gilt: Die Übertragung erfolgt verschlüsselt per HTTPS. Die Speicherung der Praxisdaten läuft über die Infrastruktur von Supabase auf europäischen Servern, mit strikter Mandantentrennung per Row Level Security. Bei der Anmeldung wird ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO digital geschlossen; die technischen und organisatorischen Maßnahmen orientieren sich an Art. 32 DSGVO. Details zur Verarbeitung, auch zur KI-Schnittstelle, stehen in der Datenschutzerklärung.
Was kostet der KI-Behandlungsplaner?
Der KI-Behandlungsplaner ist Bestandteil des Tarifs, ohne Plan-Kontingent und nicht als Zusatzmodul buchbar. In der 14-tägigen Testphase kannst du ihn kostenlos ausprobieren, dort mit bis zu 20 Plänen.
| Angebot | Preis | KI-Behandlungspläne |
|---|---|---|
| Testphase | 14 Tage kostenlos | Bis zu 20 Pläne |
| Gressovia | 39 €/Monat mit einer Person, jede weitere Person 15 €/Monat | Ohne Plan-Kontingent |
Der Tarif ist monatlich kündbar. In der Testphase wird nichts abgebucht, und 3 Tage vor der ersten Abbuchung bekommst du eine Erinnerung per Mail. Die vollständige Übersicht steht unter Preise.
Für welche Tierarten und Fälle eignet sich der Planer?
Der Planer ist auf Hunde, Pferde und Kleintiere ausgelegt, also auf die Patienten, mit denen Tierphysiotherapeuten und Tierosteopathen typischerweise arbeiten. Er ist nicht auf eine Tierart oder eine Indikation festgelegt, sondern arbeitet mit dem, was in der Akte dokumentiert ist.
Typische Fälle, in denen ein phasenbasierter Plan-Entwurf hilfreich sein kann, sind zum Beispiel:
- Postoperative Rehabilitation, etwa nach Kreuzband-OP (TPLO) oder Hüftoperationen beim Hund
- Arthrose und altersbedingte Bewegungseinschränkungen bei Hund und Katze
- Rückenprobleme und Sehnenerkrankungen beim Pferd, etwa Fesselträgerentzündungen
- Neurologische Fälle mit Fokus auf Propriozeption und Koordination
Bei jedem dieser Fälle bleibt die Regel gleich: Der Entwurf ist ein Vorschlag, die Anpassung an den individuellen Patienten übernimmt der Mensch. Auch Tierarztpraxen, Reha-Zentren und Kliniken können den Planer nutzen; Teams nutzen denselben Tarif, jede weitere Person kostet 15 € im Monat.
Wie probiere ich den Planer aus?
Der schnellste Weg ist der Live-Simulator auf der Startseite: Unter KI-Planer kannst du für drei Beispielpatienten (Hund, Pferd, Katze) einen simulierten Entwurf erzeugen lassen und sehen, wie die Ausgabe strukturiert ist.
Für den echten Planer mit eigenen Patienten registrierst du dich unter 14 Tage kostenlos testen. Eine Bewerbung oder Wartezeit gibt es nicht. Wie es nach der Registrierung weitergeht, beschreibt die Anleitung in fünf Schritten.
Häufige Fragen zum KI-Behandlungsplan in der Tierphysiotherapie
Ersetzt der KI-Behandlungsplan die Untersuchung?
Nein. Der KI-Behandlungsplan ist ein Entwurf, der aus den dokumentierten Daten der Patientenakte entsteht. Befund, Palpation, Ganganalyse und Diagnose bleiben Aufgabe der Therapeutin oder des Therapeuten. Ohne eine saubere Untersuchung fehlt dem Planer die Grundlage, und ohne Prüfung darf kein Entwurf freigegeben werden.
Welche KI steckt hinter dem Gressovia-Planer?
Gressovia nutzt das Sprachmodell Claude Sonnet 4.6 des Anbieters Anthropic. Die Anbindung erfolgt über eine API-Schnittstelle: Die Patientendaten werden an das Modell übermittelt, der strukturierte Plan-Entwurf kommt zurück in die App. Gressovia setzt kein selbst trainiertes Modell ein.
Kann ich den generierten Plan bearbeiten?
Ja, vollständig. Phasen, Ziele, Übungen, Wiederholungen, Frequenzen und Kontraindikationen lassen sich ändern, streichen oder ergänzen. Der Entwurf wird erst durch deine Freigabe zum Behandlungsplan und kann danach mit dem Trainingsplan-Builder und dem Tierhalter-Portal verknüpft werden.
Wie lange dauert die Erstellung eines Plans?
Der Entwurf liegt in der Regel innerhalb weniger Sekunden vor, sobald der Planer aus der Patientenakte gestartet wurde. Die eigentliche Zeit fließt in das Prüfen und Anpassen, das je nach Fall unterschiedlich lange dauert und bewusst nicht wegautomatisiert wird.
Werden Patientendaten zum Training der KI verwendet?
Belegt ist: Über eine API-Schnittstelle an Anthropic gehen nur die Angaben, die du vor dem Generieren auswählst. Halterdaten aus den Stammdaten gehören nicht dazu. Wie Anthropic die übermittelten Daten verarbeitet, richtet sich nach dessen Bedingungen; verbindliche Angaben dazu findest du in unserer Datenschutzerklärung.
Funktioniert der Planer auch für Pferde?
Ja. Der Planer ist auf Hunde, Pferde und Kleintiere ausgelegt. Im Live-Simulator auf der Startseite gibt es dazu ein Pferdebeispiel (Hannoveraner mit Fesselträgerentzündung), das zeigt, wie ein Entwurf mit Führ- und Stangenarbeit sowie Kontraindikationen wie engen Wendungen aufgebaut ist.
Was kostet ein KI-Behandlungsplan?
Einzelne Pläne werden nicht abgerechnet. Im Tarif (39 € im Monat mit einer Person, jede weitere Person 15 €) ist der Planer ohne Plan-Kontingent enthalten. In der 14-tägigen Testphase probierst du ihn kostenlos aus, dort mit bis zu 20 Plänen.
Gressovia 14 Tage kostenlos ausprobieren?
14 Tage kostenlos testenQuellen & weiterführende Links
- Anthropic: Claude – Anbieter des Sprachmodells Claude Sonnet 4.6, das der Gressovia-Planer nutzt.
- Art. 28 DSGVO – Auftragsverarbeiter – Rechtsgrundlage für den Auftragsverarbeitungsvertrag.
- Art. 32 DSGVO – Sicherheit der Verarbeitung – Anforderungen an technische und organisatorische Maßnahmen.
- Datenschutzerklärung von Gressovia – Details zur Datenverarbeitung, auch zur KI-Schnittstelle.
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) – wird bei der Anmeldung digital geschlossen.
- Live-Simulator des KI-Planers – drei Beispielpatienten auf der Startseite.
- Was ist Gressovia? – Überblick über die Praxissoftware.
- Praxissoftware für Tierphysiotherapie – wie Kartei, Planer und Trainingsplan zusammenspielen.